#Mann mit Format: Ronald Carsten

Einmal um die halbe Welt.

Es ist ein mutiger Schritt, den er im Ausnahmezustand wagt. 
Februar 2021, die Welt durchläuft die zweite und dritte Welle der Corona-Pandemie. Ronald Carsten bleibt nicht in der Bequemlichkeitszone und verharrt im warm eingerichteten, deutschen Nest bis der Sturm sich legt, sondern er bricht gemeinsam mit seiner Frau Kerstin auf, um am anderen Ende der Welt, auf einem ihm völlig fremden Kontinent, die berufliche Weiterentwicklung zu starten.

Waghalsig und doch so typisch für den 60-Jährigen. Ronald Carsten ist der geborene Abenteurer, immer auf der Suche nach Herausforderung und dem besonderen Kick. Frei nach seinem Lebensmotto „Erlebe so viel Du nur kannst, die Zeit rennt uns davon.“ Für den Start in China hätte es allerdings etwas weniger Abenteuer sein können für den Geschmack des in Brasilien geborenen Produktionsleiters.


China wird zur Bewährungsprobe. 

Unmittelbar nach der Landung in Shanghai warten auf Carsten und seine Frau, aufgrund der Corona-Situation weltweit, insgesamt 4 lange Wochen in Quarantäne. Viel Bürokratismus ist zu bewältigen, unzählige Gesundheitstests folgen und eine bleierne Ungewissheit legt sich über die langen Wochen. Gedanken an eine Rückkehr ins Altbekannte sind unvermeidbar.
Seine natürliche Neugier, sein Verantwortungsbewusstsein und auch die Auslandserfahrung zuvor, geben Ronald Carsten aber Energie, damit er sich wieder zu seinem vollen Potential aufrichten kann. 
Seit dem 15.03. leitet er nun als CEO ein Team von 60 Mitarbeitern mit 10 SGM und weiterer Montageanlagen im TKW Werk in Taicang. Und er ist voller Pläne und Freude auf das, was ihm dieser Schritt bietet.

„Es ist so ein interessantes Angebot von der TKW diese Aufgabe zu übernehmen, fachlich sowie auch menschlich. Ich finde es großartig, in dieser neuen Welt ankommen zu dürfen und zu arbeiten. Natürlich steckt in mir immer noch eine riesige Menge Neugierde. Ich freue ich mich jetzt nach der Quarantäne auf China, mit allem was dazu gehört. Wir sind nun umgeben von sehr freundlichen und hilfsbereiten Menschen.“

Carsten trägt nun die Verantwortung, das Werk in China in die TKW Gruppe (Henn) zu integrieren und für die Zukunft stabil und fit zu machen. Zunächst steht für dieses Jahr die Analyse der Produktion im gesamten innerbetrieblichen Bereich an. Mit Kontinuität und Prozessoptimierung sollen der Umsatz im Werk Taicang gesteigert und neue Kunden hinzugewonnen werden, ohne dabei die bestehenden zu vernachlässigen.

„Neue Märkte sind neue Chancen für die TKW-Truppe. Die internationale Ausrichtung der TKW ist die Zukunft für uns alle, davon bin ich überzeugt.“

Die größte Herausforderung für sich persönlich sieht Carsten im Moment im Erlernen der chinesischen Sprache, dem Kennenlernen der Kultur und
dem Studieren der Mentalität der chinesischen Kollegen*innen. Fasziniert ist Ronald Carsten jetzt schon vom Fortschritt der Chinesen. 
 „Es ist alles so anders als daheim in Deutschland. Aufgrund der mangelnden Sprachkenntnisse ist der Ablauf beim Einkaufen, Essen gehen und die Gepflogenheiten sehr, sehr spannend zu erleben. Ohne WeChat läuft in China nichts. Alles in China ist digitalisiert. Einen großen Respekt habe ich vor der Lernfähigkeit der Chinesen und dem Turbo-Effekt voranzukommen."

Carsten hat sich zunächst auf 3 Jahre verpflichtet für Taicang. Und verrät schon jetzt:


„Ich hoffe, dass es verlängert wird.“ 

Da spricht ein echter Optimist, den offenbar auch die größten Widrigkeiten einer Pandemie nicht in die Knie zwingen können.  „Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende“, erkannte schon der Philosoph Demokrit vor rund 2500 Jahren. Man darf gespannt sein auf die rasanten Entwicklungen im TKW Werk in Taicang.

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